Venöse vs. arterielle Erkrankungen: Warum der Unterschied entscheidend ist.

15. Januar 2026

Obwohl Gefäßerkrankungen häufig als einheitliches Krankheitsbild betrachtet werden, unterscheiden sich venöse und arterielle Erkrankungen grundlegend in ihren Ursachen, Symptomen und klinischen Auswirkungen. Diese Unterschiede zu verstehen, ist entscheidend, um eine korrekte Diagnose zu stellen, eine angemessene Behandlung einzuleiten und Komplikationen wirksam zu vermeiden. Auch wenn beide den Blutkreislauf betreffen, wirken sich venöse und arterielle Erkrankungen auf unterschiedliche Teile des Gefäßsystems aus und erfordern jeweils spezifische diagnostische Ansätze.

Das Gefäßsystem verstehen

Das Gefäßsystem besteht aus Arterien und Venen, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper und versorgen Organe und Muskeln. Venen hingegen führen sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen. Dabei sind sie auf Einwegklappen und die Muskelbewegung angewiesen, um insbesondere in den Beinen die Schwerkraft zu überwinden.

Wird eines dieser Systeme beeinträchtigt, leidet die Durchblutung – die Folgen und Symptome unterscheiden sich jedoch deutlich.

Was ist eine arterielle Erkrankung?

Eine arterielle Erkrankung entsteht, wenn sich Arterien verengen oder verschließen, meist infolge von Atherosklerose. Der verminderte Blutfluss führt zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des betroffenen Gewebes.

Typische Symptome einer arteriellen Erkrankung sind:

  • Schmerzen beim Gehen oder bei körperlicher Belastung, die in Ruhe nachlassen
  • Kalte oder blasse Extremitäten
  • Verzögerte Wundheilung
  • In fortgeschrittenen Stadien anhaltende Schmerzen in Ruhe

Arterielle Erkrankungen stehen häufig im Zusammenhang mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten.

Was ist eine venöse Erkrankung?

Venöse Erkrankungen entstehen, wenn Venen das Blut nicht mehr effizient zum Herzen zurücktransportieren können. Ursache sind meist geschwächte oder geschädigte Venenklappen, wodurch sich Blut in den Beinen staut.

Häufige Symptome venöser Erkrankungen sind:

  • Schwere oder müde Beine
  • Schwellungen der Knöchel und Unterschenkel
  • Ein Spannungs- oder Druckgefühl
  • Hautveränderungen oder Verfärbungen
  • Krampfadern

Im Gegensatz zu arteriellen Erkrankungen nehmen venöse Beschwerden im Laufe des Tages häufig zu und bessern sich durch Bewegung oder Hochlagern der Beine.

Warum Symptome häufig verwechselt werden

Beinschmerzen, Schwellungen oder ein allgemeines Unwohlsein können irreführend sein. Viele Patientinnen und Patienten – ebenso wie Nicht-Fachpersonen – führen diese Symptome zunächst auf muskuläre Probleme oder allgemeine Erschöpfung zurück.

Eine fehlende Unterscheidung zwischen venösen und arteriellen Erkrankungen kann jedoch eine korrekte Diagnose verzögern. Therapien, die für eine Erkrankung wirksam sind, können für die andere wirkungslos oder sogar schädlich sein. Dies unterstreicht die Bedeutung einer gezielten Gefäßdiagnostik.

Die Rolle gezielter Gefäßdiagnostik

Um venöse von arteriellen Erkrankungen zu unterscheiden, ist eine objektive Untersuchung erforderlich. Moderne, nicht-invasive Gefäßdiagnostik unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, Blutfluss, Druckverhältnisse und Gefäßfunktion effizient zu beurteilen.

Eine präzise Diagnostik ermöglicht:

  • die korrekte Einordnung der Gefäßerkrankung
  • die frühzeitige Erkennung von Durchblutungsstörungen
  • fundierte Therapieentscheidungen
  • die kontinuierliche Überwachung des Krankheitsverlaufs

Ein strukturierter diagnostischer Ansatz stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten zur richtigen Zeit die passende Behandlung erhalten.

Fazit

Venöse und arterielle Erkrankungen können zwar dieselben Körperregionen betreffen, stellen jedoch grundlegend unterschiedliche Krankheitsbilder dar. Das Erkennen ihrer spezifischen Symptome und zugrunde liegenden Mechanismen ist entscheidend für eine effektive Gefäßversorgung.

Eine frühzeitige Abklärung und geeignete Diagnostik ermöglichen es, die Ursachen von Beschwerden gezielt zu identifizieren, Komplikationen zu vermeiden und langfristige Behandlungsergebnisse zu verbessern – und unterstreichen damit den hohen Stellenwert einer umfassenden Gefäßdiagnostik.


Autor

Sophia Stangl

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Kategorien

Gefäßmedizin