Gefäßgesundheit und Alterung: Was sich verändert – und was überwacht werden sollte

30. Januar 2026

Mit zunehmendem Alter kommt es unweigerlich zu Veränderungen im Gefäßsystem. Die Blutgefäße verlieren allmählich an Elastizität, die Durchblutung wird weniger effizient und das Risiko für Gefäßerkrankungen steigt. Auch wenn das Altern an sich keine Krankheit ist, beeinflusst es die Gefäßgesundheit maßgeblich und spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung sowohl arterieller als auch venöser Erkrankungen.
Es ist entscheidend zu verstehen, wie sich das Gefäßsystem im Laufe der Zeit verändert und welche Parameter überwacht werden sollten, um Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Wie sich das Gefäßsystem mit dem Alter verändert

Mit zunehmendem Alter unterliegen Blutgefäße strukturellen und funktionellen Veränderungen. Die arteriellen Gefäßwände werden steifer und können sich weniger gut an Schwankungen von Blutdruck und Blutfluss anpassen. Dies erhöht die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und kann die Sauerstoffversorgung des Gewebes beeinträchtigen.
Gleichzeitig nimmt häufig auch die venöse Funktion ab. Insbesondere die Venenklappen in den Beinen können mit der Zeit geschwächt werden, was den Rücktransport des Blutes zum Herzen erschwert. Die Folge ist ein Blutstau in den unteren Extremitäten, der sich durch Schwellungen, ein Schweregefühl oder sichtbare Venenveränderungen äußern kann.
Diese altersbedingten Veränderungen entwickeln sich meist schleichend und bleiben in frühen Stadien oft unbemerkt.

Häufige Gefäßerkrankungen im höheren Lebensalter

Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit bestimmter Gefäßerkrankungen deutlich an. Dazu zählen:

Da sich die Symptome dieser Erkrankungen langsam entwickeln oder häufig als „normale Alterserscheinungen“ interpretiert werden, bleiben sie bei älteren Menschen oft lange unerkannt. – insbesondere an den unteren Extremitäten.

Warum Symptome häufig übersehen werden

Müdigkeit, Beinschmerzen oder eine reduzierte Gehstrecke werden im Alter oft als unvermeidliche Begleiterscheinungen akzeptiert, ohne dass ihre Ursache weiter abgeklärt wird. Viele Betroffene passen ihr Verhalten unbewusst an: Sie bewegen sich weniger, vermeiden Belastungen oder längere Wege.
Dadurch können frühe Warnsignale verdeckt werden. Ohne gezielte Abklärung bleiben Durchblutungsstörungen oft unentdeckt, bis es zu fortgeschrittenen Erkrankungen oder Komplikationen kommt.

Was mit zunehmendem Alter überwacht werden sollte

Mit steigendem Lebensalter gewinnt die regelmäßige Überwachung der Gefäßgesundheit an Bedeutung, insbesondere bei zusätzlichen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen oder eingeschränkter Mobilität.
Wichtige Aspekte sind unter anderem:

  • Durchblutung und Blutfluss in den unteren Extremitäten,
  • Hinweise auf arterielle Verengungen oder Minderdurchblutung,
  • venöse Funktion und Klappenkompetenz,
  • Veränderungen der Haut oder verzögerte Wundheilung.

Objektive, nicht-invasive Gefäßuntersuchungen ermöglichen es, frühzeitig Veränderungen zu erkennen – noch bevor Symptome den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Die Rolle der präventiven Gefäßdiagnostik

Die präventive Gefäßdiagnostik unterstützt die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen, ermöglicht fundierte klinische Entscheidungen und erlaubt rechtzeitige Interventionen. Anstatt erst auf fortgeschrittene Erkrankungen zu reagieren, können Verläufe überwacht und Therapien gezielt angepasst werden.
Die Integration vaskulärer Untersuchungen in die Routineversorgung älterer Menschen trägt dazu bei, Komplikationen zu reduzieren und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Fazit:

Alterungsprozesse beeinflussen die Gefäßgesundheit maßgeblich und sollten daher nicht ignoriert werden. Entscheidend für die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Gefäßerkrankungen ist das Verständnis dafür, welche Veränderungen auftreten und welche Parameter überwacht werden sollten.
Durch Bewusstsein, regelmäßige Kontrollen und moderne Diagnostik lässt sich die Gefäßgesundheit auch im höheren Lebensalter aktiv unterstützen – für mehr Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität.

 

Quellen:

¹ Maier et al. (2023). Aging and Vascular Disease: A Multidisciplinary Overview. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10488447/

² Climie et al. (2023). Vascular ageing: moving from bench towards bedside. https://academic.oup.com/eurjpc/article/30/11/1101/7026201?login=true


Autor

Sophia Stangl

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